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Gesundheitstip des Tages: Laus-Alarm

Kopfläuse sind in den Städten ebenso verbreitet wie auf dem Land. Befallen werden vor allem Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren. Die Kopfläuse schrecken auch vor sauberen, gepflegten Kinderköpfen nicht zurück!

Kopfläuse sind flügellose Insekten, die als Parasiten nur beim Menschen vorkommen und sich ausschliesslich von Blut ernähren. Sie sind ca. 3 mm gross und besitzen 3 Beinpaare, die alle mit Klammern versehen sind. Läuse können einer 2000fachen Zugkraft ihres Körpers widerstehen. Ihr flacher Körper ist ässerst stark gebaut. Man kann also eine Kopflaus nicht einfach zwischen den Fingern zerdrücken, dazu ist schon die gezielte Druckkraft der Fingernägel nötig.

Die Kopflaus legt längliche, ovale Eier (Nissen). Sie sind 0,3 mal 0,8 mm gross, anfangs weisslich glänzend, später gelblich bis bräunlichgelb. Die Eier werden vom Weibchen mit einem stark haftenden, wasserunlöslichen Kitt am Kopfhaar angeklebt. Sie haften dort so fest, dass sie durch einfache Haare waschen nicht entfernt werden können. Die Eier werden meist an die Haarbasis geklebt, eines über dem anderen, wie Perlen an der Schnur.

Ein Weibchen legt an einem Tag etwa vier Eier. Während ihres dreiwöchigen Lebens kann sie bis zu 90 Eier legen. Aus 75 bis 90% schlüpfen nach 8 Tagen die Larven. Sie sind innerhalb von weiteren 8 Tagen geschlechtsreif und legen ein bis zwei Tage später die ersten Eier. Je wärmer es ist, desto schneller geht die Entwicklung voran. Temperaturen über 40 - 45 Grad werden nur kurzfristig ertragen, ein Saunabesuch könnte deshalb Läuse und Nissen abtöten. Gegen mässigen Frost sind sie unempfindlicher.

Kopfläuse nisten sich in der Regel zuerst hinter den Ohren, bei den Schläfen und bei Langhaarigen vor allem im Nacken ein, bevor sie dann die gesamte behaarte Kopfhaut befallen. Von Kopfschuppen oder Haarpartikeln unterscheiden sich die Nissen dadurch, dass sie nicht abgestreift werden können. Juckreiz und damit verbundenes häufiges Kratzen sind Indizien für einen Befall.

Die Übertragung der Kopfläuse erfolgt von Mensch zu Mensch durch Überwandern von Kopf zu Kopf. Auch über verlauste, nebeneinander hängende Kopfbedeckungen oder gemeinsam benutzte Decken, Kämme, Haarbürsten, Spieltiere etc. ist eine Weiterverbreitung möglich. Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Ferienlager, Campingplätze sind geradezu prädestiniert für die Übertragung von Kopfläusen.

Läusebisse verursachen einen starken Juckreiz vorwiegend über und hinter den Ohren sowie am Hinterkopf und im Nacken (besonders bei Langhaarigen). Durch das Kratzen kann es zu Infektionen und Hautausschlägen kommen.

Kopfläuse können nicht durch blosses Haare waschen entfernt werden. Läuse und Nissen müssen mit chemischen Mitteln aus der Apotheke abgetötet werden. Nicht nur die befallenen Personen sollten behandelt werden sondern auch diejenigen, die sich in enger Lebensgemeinschaft befinden. Auch Kleidung, Bettwäsche, Kämme, Bürsten und persönliche Gegenstände müssen entlaust werden (z.B. heiss waschen).

8 bis 10 Tage nach jeder Läusebehandlung ist eine exakte Kontrolle vorzunehmen (Nissenkamm!).